Verlauf der Tollwut

Posted on Oktober 27th, 2010 by admin.
Categories: Gesundheit.

Die Tollwut ist eine Viruserkrankung, die zumeist von wildlebenden Säugetieren auch auf den Menschen übertragen werden kann. Typische Überträger sind Füchse, Hunde, Katzen aber auch Affen, Schakale und Fledermäuse. Erreger der Tollwut ist das Rhabdo-Virus, das mit dem Speichel infizierter Tiere übertragen wird. Um sich zu infizieren genügt der Hautkontakt mit einem Krankheitsträger, häufiger jedoch sind Bissverletzungen. Die Inkubationszeit der Krankheit kann sehr unterschiedlich sein. Durchschnittlich liegt sie bei 14 bis 20 Tagen. Auch Fälle mit einer Inkubationszeit von elf bis zwölf Monaten sind dokumentiert.

Der Beginn der Tollwut verläuft vollkommen unspezifisch mit allgemeinen Symptomen wie Fieber, Übelkeit, Unwohlsein und Erbrechen. Auch vermehrte Angstzustände, Depressionen, Schlaflosigkeit und nervöse Erregungszustände gehören zum Erscheinungsbild der frühen Tollwut.

Die anfänglichen Beschwerden ziehen sich über einen Zeitraum vom ca. zehn Tagen hin. Während dieser Zeit wandert das Tollwutvirus entlang der Nervenbahnen bis ins Gehirn. Hat sich das Virus bis dahin erfolgreich ausgebreitet, treten zunehmend neurologische Ausfallerscheinungen auf. Die nun beginnende neurologische Phase der Tollwut geht mit wachsender Verwirrung, Unruhe, vermehrtem Bewegungsdrang sowie Halluzinationen einher. Sauerstoffmangel führt zur Hyperventilation und zum typischen ?Hecheln?. Die Betroffenen leiden ferner unter Sprachunfähigkeit, Lähmungserscheinungen sowie einer wachsenden Scheu vor Licht und Wasser.
Die neurologische Phase der Tollwut dauert zwei bis sieben Tage und wird von den Erkrankten bei vollem Bewusstsein erlebt.

Im letzten Abschnitt des Krankheitsverlaufs fällt der Patient ins Koma. Herzrhythmusstörungen nehmen zu. Durch Herz- und Atemstillstand tritt letztendlich der Tod ein.

Therapie oder Heilung der Tollwut sind nicht möglich. Sobald sich erste Symptome zeigen, nimmt die Krankheit unweigerlich einen tödlichen Ausgang. Einzige lebensrettende Behandlungsmöglichkeit nach erfolgter Tollwutinfektion ist die sofortige Impfung des Betroffenen. Die Impfung erfolgt mit einem auf Basis von Hühnerembryonen gezüchteten, inaktivierten Tollwutvirus.

Weltweit sterben noch immer ca. 50.000 Menschen pro Jahr an der heimtückischen Viruserkrankung. In tropischen und subtropischen Gebieten gelten Hunde und Affen als häufigste Überträger. Häufigster Überträger unserer Breiten ist bzw. war der Fuchs. Durch intensive Impfmaßnahmen der heimischen Fuchs-Populationen konnte die Tollwut in Europa allerdings weitestgehend zurückgedrängt werden.

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